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Umrüstung der DUCATI Desmo Zwei- und Vierventilmotoren. Entwickelt zur Minimierung des Aufwandes bei der Ventileinstellung. Was
passiert im DUCATI-Ventiltrieb, falls nicht oder nicht früh genug
eingestellt wird?
Die einzigartige, aufwendige Desmo-Mechanik hat den negativen Ruf, anläßlich turnusmäßiger Wartungsarbeiten besonders heikel, "fizzelig", zeitaufwendig und damit teuer zu sein. Bereits seit 1981 gibt es von uns eine Umrüstung für die Zweiventilmotoren. Hier sind die Ventile per exzentrischer Kipphebelachsen von außen einstellbar. Das geht schneller als wie bei jedem japanischen Vierzylinder. Aufgrund allerbester Erfahrungen mit der Zweiventilumrüstung lag es für uns nahe, etwas Vergleichbares für die Vierventilmotoren zu entwickeln. Seit Anfang 1999 können Ihnen wir nach Abschluß einer relativ langen Entwicklungszeit auch diesen Umrüstsatz anbieten.
Was passiert im DUCATI-Ventiltrieb, falls nicht oder nicht früh genug eingestellt wird? Ist das Ventilspiel in einem konventionellen Ventiltrieb zu knapp bemessen, sind die Folgen absehbar. Die Ventilsitze nehmen Schaden durch nicht mehr vollständig schließende Ventile. Beim Desmo hat ein zu enges Spiel im Schließerbereich zusätzlich die fatale Folge, daß die hartverchromte Laufbahn des jeweiligen Kipphebels und die korrespondierende Nockenlaufbahn beschädigt wird. Es ist ein kostenintensiver Schaden zu erwarten. Sind die Ventile einmal richtig eingestellt worden, entsteht fortlaufend mehr Luft (Spiel) im Schließerbereich. Durch die heute besseren Paarungen von Ventilsitz und Ventilteller ist seltener eine Verringerung des Öffnerspieles festzustellen, d.h. die Ventile "schlagen nur minimal ein". Die Achillesferse der Zwei- u. Vierventil-Desmodromik sind die Ventilhalbringe und die entsprechende Ringnut des Ventilschaftes. Bei zu viel Spiel zwischen Ringnut mit Halbringen und Schließerhülse brechen die Halbringe. Im Extremfall können einzelne Halbringsegmente herausfallen oder sich hochkant stellen und die Mechanik kurzfristig blockieren. Außerdem entstehen durch die relativ frei beweglichen in Schwingung geratenen Halbringe Grate im Bereich der Ventilschaftringnut. Dieses tritt überwiegend bei DUCATI-Zweiventilern, speziell 600er und 750er, auf. Die Schließerhülse läßt sich in diesem Falle ohne mühselige Entfernung der Grate nicht mehr austauschen.
Jako-Exzenter-Achsverstellung. Warum? Alle Motorradhersteller haben in der jüngeren Vergangenheit mit Blick auf Kundenerwartungen die Serviceintervalle verlängert. Hierbei ist nicht auszuschließen, daß dadurch in der Garantiezeit entstehende Schäden einkalkuliert sind. Auch bei DUCATI ist der Turnus der Ventileinstellung weniger von der Laufstrecke als von der Belastung durch Drehzahlen abhängig. Zum Beispiel empfiehlt DUCATI für das Model 916 Racing sicherlich nicht grundlos einen Einstellintervall von 500 km. Daraus folgt, daß eine im Schnitt mit höheren Drehzahlen bewegte DUCATI eher justiert werden sollte, als eine schonend bewegte Maschine. Sofern die DUCATI also gern im Rahmen von Fahrertrainings auf Rennstrecken bewegt wird, ist ein deutlich kürzeres Intervall als die Herstellerangabe von 10.000 km empfehlenswert. Unsere Exzenterumrüstungen für Zwei- und Vierventil Desmo Motoren bieten vielerlei Vorteile: Kostenersparnis für den Werkstattkunden durch erhebliche Vereinfachung der Einstellarbeit und folglich geringerer Zeitaufwand . Der kundige "Selberschrauber" benötigt keine sonst erforderlichen teuren Meß- und Schleifvorrichtungen. Auf die Anschaffung von Einstellhülsen und Kappen kann verzichtet werden. Das präzise Justieren ist konventionell entsprechend eigenen Ansprüchen an Perfektion eine sehr zeitraubende Angelegenheit. Per Exzenter wird "stufenlos" eingestellt und damit sehr genau in kürzester Zeit. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte den speziellen Beschreibungen für Zweiventil- bzw. Vierventil- Umrüstungen.
Der desmodromische Ventiltrieb der Zwei- und Vierventil-DUCATIS ist geometrisch ein Konglomerat von aufeinander gleitenden Kurvenbahnen, die in einer geradlinigen Auf- und Abbewegung des Ventils ihren Sinn finden. Sieht man die Sache rein systemtheoretisch, müßte eine nur leichte Veränderung des Ventilwinkels oder die Nennmaßabweichung einer Achsmitte unweigerlich zum Klemmen des ganzen Systems führen. In der Urzeit der DUCATI-Desmodromik gab es hier auch so manches Problem, da die Fertigungsgenauigkeit lange nicht den heutigen Standard erreichte. Ingenieur Taglioni soll in vergangenen Tagen, Augenzeugen zufolge, gleich einem Racheengel mit verschliffener Nockenwelle in erhobener Faust durch die Werkshallen gestürmt sein, um dem armen Schleifling die Leviten zu lesen. Nun ist es auch heute nicht einfach, unter Einhaltung akzeptabler Fertigungskosten, z.B. eine Ventilführung ohne leichten Winkelfehler einzupressen, geschweige denn anläßlich einer Reparaturmaßnahme. Die Kipphebel werden auch heute noch nicht von einem Vollautomaten gefertigt, hier wird noch einiges von Hand geschliffen und poliert; mit der Folge, daß kein Kipphebel exakt die Maße eines anderen hat. Dennoch ist bewiesen, daß alles funktioniert. Und es geht, weil die Ventil-Schließerkonstruktion (Schließernocken und Schließer-Kipphebel) dem bestimmenden Steuerorgan (Öffnernocken und Öffner-Kipphebel) mit Abstand (Spiel) folgt. Dieses Spiel ergibt sich nicht nur aus dem vorgeschriebenen Ventilspiel, zusätzlich ist die Schließernockenlaufbahn im Bereich der Ventilbewegung kleiner als sie theoretisch sein müßte. So verzeiht die Mechanik einiges an Ungenauigkeiten der einzelnen Bauteile. Es gilt, was nicht reibt, geht nicht kaputt und kostet keine Leistung. Das Ventil schließt letztlich sowieso der Verbrennungsdruck, nicht die Mechanik und nicht die kleine Hilfsfeder. Montierte Exzenterachsen haben einen bestimmten Einfluß auf die vorgegebene Desmogeometrie. Die Mittelpunkte der Kipphebel weichen vom Istmaß der Bohrungen durch die Exzentrik der Achsen um ca. 0,1mm ab. Bei der 2-Ventil-Ausführung beim Öffner und Schließer, bei der 4-Ventil-Ausführung nur für den Schließer. Viele Versuche haben bewiesen, daß diese Abweichung, die mitunter im Bereich der Serientoleranz streut (Soll- und Istmaßunterschied) keinerlei Störung im Bewegungsablauf verursacht. Dies gilt ebenso für die Strecke der Kipphebelkontakte am Ventil bzw. Schließerhülse und Öffnerkappe. Der Einfluß auf die Ventilsteuerzeiten ist eher theoretischer Natur, liegt max. unterhalb 1 Grad Kurbelwelle.
Die Zweiventil-Exzenterumrüstung ist mittlerweile schon ein Klassiker. 1981 rüsteten wir die Königswelle erstmals damit aus. Bis heute hat sich an unserem System nichts wesentliches geändert, es gab keine Probleme. Lediglich die Optik hat sich gewandelt. Die Achs-Druckstücke haben eine andere Form bekommen und die Nockenwellenlagerböcke sind jetzt aus dem Vollen gefräst und eloxiert. Mitunter besteht der Wunsch, speziell bei Rennmotoren, die Zylinderköpfe direkt per außenliegender Leitung mit kühlerem Öl zu versorgen (entsprechend Serie 4V Motoren ). Der recht poröse Guß der Originaldeckel mit zu wenig Wandstärke in der Mitte ist ungeeignet für den Leitungsanschluss. Unsere gefrästen Deckel haben mittig mehr Wandstärke zur Realisierung der optionalen Gewindebohrung. Einstellen der Ventile bei Zweiventilmotoren. In einem Bereich von ca. 0,4 mm kann sowohl das Schließer- als auch das Öffnerspiel ohne Demontagen von außen per Schraubendreher stufenlos justiert werden. Eine Konusklemmung verhindert eine Verdrehung der Achsen im Betrieb. Zuerst wird das vorhandene Schließerspiel ermittelt und durch Verdrehen der Achse justiert. Es folgt die Einstellung des Öffnerspieles auf gleiche Weise per Fühlerblattlehre. Wenn es paßt, wird das Druckstück (Konusklemmung) angezogen. Fertig! Dieses dauert für ein Ventil keine fünf Minuten. Die längste Zeit verbringt man damit, die Ventildeckel zu de- und montieren. Falls durch Bearbeitung der Ventilsitze der Einstellbereich von 0,4 mm nicht mehr ausreicht, wird wie bei der Serie die Einstellhülse und die Kappe ausgetauscht. Damit kann der Exzenter-Einstellbereich wieder voll genutzt werden. Wann sollte man umrüsten? Die Umrüstung der 2V-Köpfe kann nur in unserem Hause erfolgen, da die Achsbohrungen vergrößert werden. Dazu müssen beide Köpfe abgebaut und zerlegt werden. Bedingt durch den entsprechenden Montageaufwand ist eine Umrüstung zum Zeitpunkt des Ventil-Einstellturnus oder zum Zeitpunkt einer Kopfrevision sinnvoll. Lieferumfang Möglichkeit 1: Sie schicken uns beide Zylinderköpfe komplett inklusive aller Innereien zu und erhalten sie umgerüstet wieder zurück. Die Kosten entnehmen Sie bitte der Preisliste. Möglichkeit 2: Sie schicken uns die leeren, sauberen Köpfe. Soll heißen: ohne Kipphebel, Ventile, Nockenwellen, NW-Lager, NW-Lagerböcke, Riemenräder. Sie erhalten die Köpfe umgerüstet zurück und erledigen die Montagen selber. Die Kosten entnehmen Sie bitte der Preisliste. Möglichkeit 3: Sie liefern das ganze Motorrad zur Umrüstung an. Der Aufwand für De- und Montagen der Zylinderköpfe wird nach tatsächlichem Zeitaufwand berechnet.
1. keine Demontagen der Steuerdeckel Einstellen der Ventile bei Vierventilmotoren. (Kurzfassung)
Die mitgelieferte Montageanleitung ist im Sinne der Einbaureihenfolge verfaßt. Zwei auf Wunsch gelieferte Spezialwerkzeuge erleichtern die Montage der Paßbuchsen sowie die Ermittlung des Schließerspieles. Wann sollte man umrüsten?
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